Unsere Lehre an Hochschulen

Seit Jahren sind wir in der Hochschullehre tätig, insbesondere der BSP Business School Berlin sowie Campus Hamburg. Dabei sind wir besonders in der Ausbildung tiefenpsychologischer (Wirtschafts-) Psychologen eingebunden. Unsere Kernkompetenzen lagen bisher (und immer noch) auf den Modulen/ Inhalten

  • Wissenschaftliches Arbeiten/ Erkenntnistheorie/ Wissenschaftstheorie
  • Interviewtechnik (Gesprächs-Diagnostik)
  • Qualitative Methoden
  • Statistik

Damit fokussieren wir uns deutlich auf die Lehre von methodisch sauberer Forschung. Oftmals entsteht damit eine Akkuratesse des akademischen Elfenbeinturms, die weit von der Praxis entfernt liegt - deshalb verbinden wir Fragestellungen in Methodenmodulen stets mit konkreter Praxis am Kunden.

Beispielprojekte

Charitea aka Lemonaid hatte im Oktober 2018 die Frage an einen Kurs Qualitative Methoden mit rund 30 Studierenden: Worauf genau kommt es bei heißem Tee eigentlich an? Wieso verstehen wir es, Eistee und Limonaden herzustellen - warum verhält es sich beim Heißtee anders? Welche Rolle spielt außerdem das soziale Engagement in der Kommunikation von uns?

Daraus resultierte eine Studie mit 120 tiefenpsychologischen Interviews. Kernthemen waren

  • Motive des Teetrinkens: Anlässe, Verfassungen, Tee-Modi, Alltagsabschnitte, Stile
  • Qualitäten, Materialitäten, Wertigkeiten von Tee/ Aufmachung/ Verpackung/ Kommunikation im Kontext der Motive

Die Ergebnisse stellte der Kurs im August 2019 in den Hamburger Rindermarkthallen vor.

Den einen Tag feiern und ZACK: Kater!

Peter Koch von GET UP fresh entwickelte einen Drink, der nach dem Schnaps den Körper mit allem biologisch Notwendigen versorgt und unseren Kopfschmerz-Kater beseitigt: der After-Drink-Drink. Was ein Kater medizinisch ist und wie er entsteht, das ist verhältnismäßig klar - auf biochemischer Ebene. Doch aus unserem Alltag heraus wissen wir qua Lebens-Empirie: die 3 Gläser Bier, die am Abend okay waren, stürzen uns am nächsten Tag in den fiesesten aller Kopfschmerzen.

Um herauszufinden, was ein solcher Get-Up-Drink nun leisten muss, hat sich ein Studierendenkurs 2016 angeschaut, was denn der Kater überhaupt für uns Menschen psychologisch leistet.

Wo und wie ist Kopfschmerz denn an der Stelle nützlich für uns? Denn er ist - spannenderweise - immer dann besonders heftig, wenn wir uns am Vorabend (zwischenmenschlich) so benehmen, wie wir es uns im Normalzustand nicht zugestehen würden. Wenn wir uns als Zuhörer verstehen und beim Wein zu einer Quasselstrippe geworden sind. Oder wenn wir über die/ den Ex hinwegkommen wollen, aber dann doch beim Bier nur von ihr/ ihm herumgejammert haben. Wenn wir uns Anschmachten, in den Mittelpunkt spielen oder zu locker gelassen haben, obwohl wir eigentlich soooo ordentlich sind... Der Mensch braucht diese Fehltritte. Er erträgt sie nur nicht so recht - und deshalb tut uns der Kopf dann besonders weh, als Strafe für das Vergehen. Wir bereuen es fürchterlich, weshalb der Ausruf "NIE WIEDER!" so sehr passt. Wie das bearbeitet wird, ist ganz unterschiedlich. Vom regressiv-kindlichen Versorgtwerden bis hin zum Sport-Strafperformer und Wohnung-wieder-in-Ordnung-Bringer ist alles dabei.

Und hier ist der Clou: Ein Drink muss genau diese Umgangsweisen des Wieder-Ordentlich-Werdens mit aufgreifen und anbieten können. Der Schmerz/ die Strafe darf psychologisch nicht ganz weg sein - aber in etwas Anderes umgeleitet werden. Wir sind gespannt, was Get Up daraus entwickelt!

Im Wintersemester 2017/2018 führte ein Kurs im Modul Qualitative Methoden ein Forschungsprojekt für den Kosmetik-Online-Versand Flaconi durch. Flaconi stellte sich die Frage: wie lässt sich das sinnliche Erleben am Einkaufsort (POS) überhaupt in einen Onlineshop transferieren? Zur Beantwortung dieser Fragestellung führten die Studierenden über 70 Tiefeninterviews durch.

 

Es zeigt sich schnell: beim Parfum ist der Einkauf schon Teil des Produktes selbst. Wer einen faszinierenden Duft will, muss sich auch durch Schmock-Wolken und Feenglanz der Verkäufer kämpfen, um Teil dieser Welt zu werden. Im Online-Handel überlastet die Drogeriewelt nicht so sehr, ermöglicht aber auch weniger Faszination am Duftprodukt. Online-Handel ist ein anderes Verwandlungs- und Identitätsversprechen als die Drogerie und Parfümerie. Der Studierendenkurs leitete daraus Empfehlungen für die Kundenbindung Flaconis ab und stellte diese vor Ort vor.